Persönliche Erfahrungen und Eindrücke zu Wolfgang Döbereiner, Gründer des astrologischen Systems der "Münchner Rhythmenlehre"

Er kam zur rechten Zeit…

So sage ich heute spontan nach über 30 Jahren des Lernens und Lebens mit der "Münchner Rhythmenlehre". Hätte es Döbereiner und seine neu entwickelte Rhythmenlehre nicht gegeben, wären ich und vielleicht tausend andere im Sumpf einer Daseins fremden Zeit versunken und auf nimmer wiedersehen verloren gewesen. Das klingt zwar etwas krass, aber trifft den Kern im Wesentlichen.

Selbst wenn die vergangenen 50/60 Jahre neue naturwissenschaftliche Errungenschaften in Medizin und Technik zum Schein-Wohle der Menschheit verzeichneten, ist die Einsamkeit und Verlorenheit des Einzelnen in dieser Welt mehr und größer geworden. Eine eigene Identität zu finden, geschweige einen geeigneten Ort, scheint unmöglich zu sein. Selbst die Entwicklung der Esoterik und Psychologie der vergangenen Zeit geben nur eine kurze vorübergehende Antwort auf das Woher und Wohin.

Das Ungeheuer des Sozialen mit seinem unstillbaren Hunger nach unverbrauchtem Leben greift wie unsichtbare Pilzsporen in jeden privaten und eigenständigen Bereich hinein. Es ist aufdringlich, machtvoll, zerstörerisch, zersetzt gesunde Substanz und lässt sie verfaulen. Nur wer auf ein einigermaßen gesundes Immunsystem zurückgreifen kann, hat die Chance, in der Unabhängigkeit des Sozialen, frei von ideologischen Meinungen und fremder Beeinflussung ein eigenes Leben zu führen – kein Virus und kein Programm der Übertragung von Fremdinformationen können weder den Körper noch Geist und Seele angreifen und sich darin niederlassen.

Und da taucht rechtzeitig in den 1950-er Jahren der Astrologe und Systemgründer Wolfgang Döbereiner auf. Er war frei, unangepasst und offen für das, was der Himmel für ihn bereit hielt. Ein Meister der Artikulation, gebildet und ein feines Empfinden für das, was wahr bzw. unwahr ist. Eben ein astrologischer Profi mit Herz und Verstand.

Hier soll jetzt keine Nacherzählung des Werdens und Erschaffens seines Lebenswerkes entstehen; denn alles ist von ihm geschrieben und selbst erzählt in Seminaren, die in den vielen inzwischen herausgebrachten Seminarbänden als Bücher nachzulesen ist.

Meine Erfahrung mit ihm beziehen sich auf die Seminarzeit der Rhythmenlehre von 1990 bis 2011 in Friedrichstadt und Herrsching; ein bis zwei Mal im Jahr besuchte ich die mit Lust ersehnten großen Seminare.

Bei eigenen Lebensproblemen konnte man ihm schreiben und erhielt innerhalb von drei Tagen den erhofften Antwortbrief. Ehrlich und immer am Himmel orientiert waren seine Sätze, die ich mir mehrmals in kurzen Abständen durchlesen musste, um den Inhalt zu verstehen bis das gemeinte zu mir durchdringen und ich sie mir auf der Zunge zergehen lassen konnte. Und jedes Mal war ich ein Stückchen klarer und weiter im eigenen Lebens- und Geisteszusammenhang.

Bei Wolfgang Döbereiner habe ich das Artikulieren, das Nachdenken, die Dinge zu hinterfragen und beim Namen zu nennen gelernt. Durch die Terminologie des Systems der „Münchner Rhythmenlehre“ nach Döbereiner habe ich eine Welt kennen gelernt, die den Bereich des Unbewussten, des Hintergründigen zu denken und zu beschreiben weiß, frei von Denkhürden und Denkberechtigungsscheinen.

Und jetzt? Döbereiner ist tot, aber die Rhythmenlehre lebt und besteht weiter. Durch seine Frau, Petra Döbereiner, wird sie weiterhin vertreten sein; denn mehrmals im Jahr erscheinen neue Seminarbände als Bücher, herausgebracht von ihr – vergangene Seminare, die die Frische und den Esprit Döbereiners, wie er damals war, immer wieder neu nacherleben lassen.

Heute ist und bleibt die Grundlage meiner Tätigkeit die "Münchner Rhythmenlehre", die Wolfgang Döbereiner begründet und weiterentwickelt hatte. Er war bis zu seinem Tod mein Lehrer.

 

Münchner Rhythmen­lehre

Moderne Astrologie nach W. Döbereiner

Wolfgang Döbereiner hat mit der „Münchner Rhythmenlehre“ die moderne Astrologie begründet. Die Münchner Rhythmenlehre wurde 1953 in „Das neue Zeitalter“ erstmals veröffentlicht, 1956 in der Gesellschaft „Zenit“ wie in der „Süddeutschen Astrologenschule“ erstmals gelehrt.

Die Münchner Rhythmenlehre ist als Ablösung der „Klassik“ entstanden. Die „klassische“ Astrologie, noch aus der Erfahrung voriger Jahrhunderte zehrend, war durch die Industrie- und Wissenschaftsentwicklung des 18. Jahrhunderts verdrängt in einen systemlosen, begriffslosen wie primitiven Zustand, weshalb nach dem Ersten Weltkrieg schon durch Alfred Witte in der „Hamburger Schule“ versucht wurde, der Astrologie an der Seite der Wissenschaft einen Platz zu erstreiten, ebenso wie Reinhold Ebertin in der „Schule Ebertin“ das gleiche auf der Seite der Psychologie versuchte.

Wolfgang Döbereiner

Entwickelte ein eigenes astrologisches System

Döbereiner ist Enkel des Hofmusikers Christian Döbereiner. Mit 16 Jahren wurde er im Zweiten Weltkrieg noch als Flakhelfer eingezogen, geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft, konnte jedoch kurze Zeit darauf fliehen. Im Jahr 1947 legte er das Abitur ab und studierte anschließend Musik. Äußerst unzufrieden mit der politischen Entwicklung im Nachkriegsdeutschland mochte er sich - auch aus mangelndem Zugehörigkeitsgefühl - nirgendwo integrieren. Neben seinen Tätigkeiten als beratender Astrologe und Musiklehrer bestritt er daher seinen Lebensunterhalt jahrelang mit Gelegenheitsarbeiten und entwickelte in dieser Zeit der "Abkehr von der Gesellschaft" ein eigenes astrologisches System - die sogenannte Münchner Rhythmenlehre (1953).

Der deutsche Astrologe Wolfgang Döbereiner wurde am 28.2.1928 um 13:07 Uhr in München geboren. Er starb am 5. April 2014 in Herrsching (bei München).